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Aus Geschichte und Anthropologie wissen wir, dass Menschen seit jeher davon ausgegangen sind, dass es hinter (oder unter) dem, was sichtbar ist, etwas gibt, was wirkt. Robert Musil macht in seinem Roman ‚Der Mann ohne Eigenschaften‘ die Feststellung, dass es zwei Grundlinien des Erkennens gibt, eine genau messende und eine seelisch-bildhaft erschliessende (Genauigkeit und Seele).

„Denn so weit die menschliche Geschichte zurückreicht, lassen sich diese beiden Grundverhaltensweisen des Gleichnisses und der Eindeutigkeit unterscheiden. Eindeutigkeit ist das Gesetz des wachen Denkens und Handelns, … sie entspringt der Notdurft des Lebens, die zum Untergang führen würde, wenn sich die Verhältnisse nicht eindeutig gestalten liessen. Das Gleichnis dagegen ist die Verbindung der Vorstellungen, die im Traum herrscht, es ist die gleitende Logik der Seele, der die Verwandtschaft der Dinge in den Ahnungen der Kunst und Religion entspricht … . Ohne Zweifel ist das, was man die höhere Humanität nennt, nichts als ein Versuch, diese beiden grossen Lebenshälften des Gleichnisses und der Wahrheit miteinander zu verschmelzen, indem man sie zuvor vorsichtig trennt.“ (R. Musil,   1988, S. 593

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