„ was bringt es eigentlich, wenn ich jemandem erzähle, wie es mir geht? …

… Es macht ja meine Situation auch nicht besser! Im Gegenteil: wenn ich darüber spreche, werde ich wieder an das erinnert, was ich am liebsten vergessen würde.“

„Wozu also sprechen? Ich hab dazu eigentlich keine Lust.“

So oder ähnlich mögen vielleicht die Zweifel sein, wenn man daran denkt, mit einer Fachperson über bestimmte Fragen seines Lebens zu reden.

Und in der Tat kann es in einer psychologischen Begegnung ja nicht darum gehen, dass man quasi auf Knopfdruck seine Probleme zur Schau stellt. Ein Gespräch beginnt mit dem, was einem beschäftigt und von dem man sich doch gleichzeitig vorstellen kann, es einem Anderen mitzuteilen. Es ist dieses Mitteilen und die Art wie es aufgenommen wird, was wichtig ist. Das ist der Ausgangspunkt. Und von da beginnt man ein Netz zu spannen zu den Themen des eigenen Lebens, den Befürchtungen, den Wünschen, den Zweifeln und den Träumen.
Es gibt die Geschichte, wo ein kleiner Knabe ins Nebenzimmer ruft: „Tante, sprich mit mir; ich fürchte mich, weil es so dunkel ist.“ Die Tante ruft zurück: „Was hast du denn davon? Du siehst mich ja nicht.“ „Das macht nichts“, antwortet der Knabe, „wenn jemand spricht, wird es hell.“ (vgl. S. Freud, Studienausgabe, Bd. V, 128)

Und so kann man vielleicht sagen, dass in einem psychologischen Gespräch sowohl das eigene Sprechen wie das des Andern etwas erhellen kann.

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